Veränderungen klassieren

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Frage / Feststellung: Warum ist etwas wichtig, wozu dient es?

Wie kann Veränderung klassiert werden und welche Merkmale gibt es?

Beschreibung, Erklärung des Themas.

Veränderung ist nicht gleich Veränderung. Um die Veränderung besser zu verstehen ist eine Analyse der wichtigsten Arten der Veränderung sinnvoll:

Art Beschreibung
Art und Umfang der Einflussnahme ·         Geplant – bewusst herbeigeführt und vorbereitet. Eher agierend als reagierend.

·         Ungeplant – natürlich gewachsen und als Reaktion auf innere und äussere Einflüsse

Zeitraum und Dynamik ·         Evolutionär – langfristige, kontinuierliche Weiterentwicklung in kleinen Schritten

·         Revolutionär – radikaler und in einem begrenzten Zeitraum stattfindender Wandel mit hoher Dynamik

Umfang der Veränderung ·         1. Ordnung – Anpassungen in beschränktem Umfang in abgegrenzten Bereichen. Eher quantitativ als qualitativ.

·         2. Ordnung – umfassend, komplex bis hin zu den Grundwerten und Unternehmensvision reichend

Objekt der Veränderung Unterscheidung in harte und weiche Erfolgsfaktoren sowie deren Tiefe

·         Restrukturierung – Prozesse Strukturen, Systeme und Ressourcen

·         Reorientierung – Strategie

·         Revitalisierung – Fähigkeiten und Verhalten

·         Remodellierung – Werte und Überzeugungen

Art der Durchführung von Veränderungen ·         Einzelprojekt – einzelnes Vorhaben mit klarem, begrenzten Ziel

·         Business Process Reengineering – Umfassendes Vorhaben auf der grünen Wiese mit dem Ziel, fundamentale Verbesserungen herbei-zuführen

·         Im Tagesgeschäft – kleine, graduelle Anpassungen als Reaktion auf Veränderungen im Tagesgeschäft. Zum Teil einmalig oder nur von kurzer Dauer

 

Massnahmen, wie machen, Anwendung

Die geplante und bewusst herbeigeführte Veränderung ist Gegenstand des Veränderungs-managements (Change Management). Ziel ist es, die Veränderungen wirtschaftlich erfolgreich, allgemeinverträglich und strategiekonform umzusetzen. Ganz grundsätzlich sind folgende Handlungsfelder (zum Teil gleichzeitig) betroffen:

Handlungsfelder Beispiele hilfreicher Modelle zum Erkennen und Vertiefen der Handlungsfelder
Strategie (Vision, Leitbild. Geschäftsstrategie) ·         Neues St. Galler Managementmodell

·         SWOT-Modell der strategischen Planung (Strength, Weaknesses, Opportunities, Threats)

Kultur (Führung, Kommunikation, Normen, Werte, Einstellungen) ·         Führungsstile ,Führungsprinzipien

·         Kommunikationsmodelle (z.B. Vier-Seiten-Modell, Sender-Empfänger-Modell)

·         Kultur- und Wertemodelle

Technologie (Methoden, Verfahren, Informatikhilfsmittel) ·         Gartner Hype Zyklus für neue Technologien; Trendforschung allgemein

·         Vorgehensmodelle, Systems Engineering

Organisation (Strukturen, Prozesse) ·         Organisationsmodelle

·         Geschäftsprozessmanagement-Modell

 

Konkretes Beispiel, Hinweis: Worauf ist besonders zu achten? Risiken. Hinweise aus der Praxis.

Im Tagesgeschäft findet eine kontinuierliche Veränderung statt. Sie wird meist nicht aktiv gesteuert (ungeplant) und stellt eine Reaktion der Mitarbeiter auf eine sich verändernde Arbeitssituation und –umwelt dar. Im kleinen Rahmen wird dies stillschweigende geduldet oder ist sogar erwünscht.

Dies wird solange akzeptiert, bis die Veränderungen unübersehbar sind und spürbar der offiziellen Strategie zuwiderlaufen. Als Reaktion darauf wird ein Veränderungsprojekt aufgegleist (geplant). Damit sollen die organisch gewachsenen Veränderungen wieder in eine gewünschte, sprich (strategiekonforme) Form gebracht werden.

Wie kann ich es auf mein Projekt zuschneiden; was ist unverzichtbar, wichtig? Was kann gekürzt werden? Wer macht es?

Geplante Veränderungen können auf allen Ebenen des Unternehmens stattfinden. Entscheidungen über grössere, strategische Vorhaben sind typischereweise dem obersten Exekutiv oder Kontrollgremium (oberste Geschäftsleitung, Verwaltungsrat, Aufsichtsrat) vorbehalten.

Vertiefung: Hinweis auf Dokumente, Suchbegriffe; Literaturhinweise

Doppler, Klaus; Lauterburg, Christoph (2002): Change-Management. Den Unternehmenswandel gestalten. 10. Aufl. Frankfurt/Main, New York: Campus-Verl.

Krüger, Wilfried; Bach, Norbert (2014): Excellence in Change. Wege zur strategischen Erneuerung. 5., überarb. u. erw. Aufl. 2014. Wiesbaden: Gabler Verlag.

Lauer, Thomas: Change management. Grundlagen und Erfolgsfaktoren. 2. Aufl.

Vahs, Dietmar; Leiser, Wolf (2003): Change Management in schwierigen Zeiten. Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Veränderungsprozessen. 1. Aufl. Wiesbaden: Dt. Univ.-Verl.

Vahs, Dietmar; Weiand, Achim (2013): Workbook Change-Management. Methoden und Techniken. 2. Aufl. Stuttgart: Schäffer-Poeschel

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