Projektarten

projektarten

Frage / Feststellung: Warum ist etwas wichtig, wozu dient es?

Welche Projektarten gibt es? Wie hilft Ihnen die Kenntnis der Projektarten beim Projektmanagement?

Beschreibung, Erklärung des Themas.

Die Einteilung der Projekte in Gruppen mit möglichst gleichen Eigenschaften (Projektarten) hilft beim Management einzelner Projekte und des gesamten Projektportfolios. Die Einteilung in homogene Gruppen kann bei folgenden Punkten hilfreich sein:

·         Auswahl der geeigneten Projektmethode: Informatikprojekte haben oftmals sich wiederholende (iterative) Vorgehensschritte und benötigen mehr Zeit für Tests als z.B. Organisationsprojekte mit wasserfallartiger Vorgehensweise

·         Auswahl des Projektleiters und der Mitarbeiter: Ein speziell geschulter Change Projektleiter ist für ein Projekt in einem Pflegeheim vermutlich besser geeignet als ein Techniker mit wenig Projekterfahrung.

·         Priorisierung von Projekten: Strategische Projekte werden in der Regel bei knappen Ressourcen bevorzugt behandelt und erhalten mehr Beachtung durch die Unternehmensführung

·         Zusammenstellung des Projektportfolios: Zur langfristigen Sicherstellung einer attraktiven Produktepalette kann ein Unternehmen z.B. festlegen, dass zu jedem Zeitpunkt eine gewisse Anzahl an Produktentwicklungsprojekten laufen müssen

·         Wiederverwendung von gemachten Erfahrungen (Best practice): Bei gleichartigen Projekten können bereits gesammelte Erfahrungen wiederverwendet werden. Dies steigert die Qualität und reduziert Zeitbedarf und Kosten. Dies gilt auch für das Risikomanagement und die Steuerung der Projekte ganz allgemein

 

Massnahmen, wie machen, Anwendung

Die Auswahl und Bildung von Projektarten (Gruppen) kann je nach Unternehmen unterschiedlich erfolgen. Entscheidend ist, dass die Projekte innerhalb einer Gruppe möglichst gleichartig gesteuert und abgearbeitet werden können.

Häufig werden Gruppen anhand einer der nachfolgenden Kriterien gebildet. Beispiele:

·         Nach Auftraggeber: Intern (Abteilung, Unternehmen), extern (ausserhalb des Unternehmens)

·         Nach Inhalt / Aufgabenstellung: Forschung / Entwicklung, Organisation / Change, Informatik, Infrastruktur, Rationalisierung, Projektierung (System-, Anlagen- oder Kundenprojekt), Betreuung und Dienstleistung (z.B. Informatikprozesse, Mitarbeiterbetreuung)

·         Nach Funktion: Verwaltung, Fertigung, Informatik, Marketing, Materialwirtschaft

·         Nach personeller Beteiligung: Einmann-Projekte (z.B. Spezialisten), Mehrpersonen-Projekte (mit Projektleiter), Vollzeit / Teilzeit

·         Zusätzliche Klassifizierung nach der Grösse einzelner Projekteigenschaften: z.B. Kosten, Laufzeit, Risiken, Dringlichkeit, Wichtigkeit, Komplexität, Wiederholung

 

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Gruppen anhand mehrerer Kriterien zu bilden. Werden zwei Kriterien genutzt, ergibt sich eine Matrix. Die Klassifizierung erfolgt beim Beispiel (siehe oben) entlang folgender Kriterien:

·         Soziale Komplexität – Tief: Projekt innerhalb der Abteilung, Konsens über Notwendigkeit, Bezug zur Projektumwelt eventuell noch wenig gegeben (hat noch keine Auswirkungen) – Hoch: Abteilungsübergreifendes Projekt, sehr politisch und risikoreich, Team besteht aus unterschiedlichsten Mitgliedern und Abteilungen

·         Aufgabenstellung – Geschlossen/einfach: Inhalt und Vorgehensweise sind klar erkennbar und festgelegt, ähnliche Projekte wurden bereits durchgeführt – Offen/komplex: Ziel, Inhalt und Umfang sind nicht von Beginn weg klar, mehrere Vorgehensarten und Lösungen sind denkbar, hoher Neuigkeitsgrad

 

Konkretes Beispiel, Hinweis: Worauf ist besonders zu achten? Risiken. Hinweise aus der Praxis.

Die Merkmale der Projekt-Klassifikation sind meist identisch mit den Merkmalen aus dem Projekt-Portfoliomanagement. Dort können Sie diese Merkmale bei der Priorisierung und Vergabe von Ressourcen für die Projekte und Programme und zur strategischen Steuerung nutzen.

Wie kann ich es auf mein Projekt zuschneiden; was ist unverzichtbar, wichtig? Was kann gekürzt werden? Wer macht es?

Jedes Unternehmen kann selber angepasste Klassifikationsmerkmale festlegen. Je nach Anzahl und Art der Projekte gibt es mehr oder weniger Gruppen mit einer mehr oder weniger feinen Unterteilung.

Auch wenn Sie nur wenige Projekte im Unternehmen durchführen, so kann Ihnen die Auseinandersetzung mit den Eigenschaften eines Projektes wertvolle Hinweise bei der Planung und Steuerung von Projekten liefern.

Vertiefung: Hinweis auf Dokumente, Suchbegriffe; Literaturhinweise

Jenny, Bruno (2014): Projektmanagement. Das Wissen für den Profi. 3. Aufl. Zürich: vdf Hochsch.-Verl. an der ETH.

Patzak, Gerold; Rattay, Günter (2009): Projektmanagement. Leitfaden zum Management von Projekten, Projektportfolios, Programmen und projektorientierten Unternehmen. 5. Aufl. Wien: Linde (Fachbuch Wirtschaft).

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